Sodbrennen (gastroösophagealer Reflux) kann für viele Menschen chronisch belastend sein. Wenn konservative Maßnahmen wie Lebensstiländerungen und Medikamente (Protonenpumpenhemmer) nicht ausreichend helfen oder Nebenwirkungen auftreten, kann eine operative Behandlung sinnvoll sein. Ziel einer Operation ist es, die natürliche Barriere zwischen Magen und Speiseröhre wiederherzustellen oder zu stärken, damit Magensäure seltener in die Speiseröhre gelangt und die Beschwerden dauerhaft abklingen.
Vor einer Operation steht eine gründliche Diagnostik: eine Gastroskopie zur Beurteilung von Schleimhautveränderungen, eine 24‑Stunden-pH‑Messung zur objektiven Erfassung des Säureexpositionsgrades und eine Ösophagusmanometrie zur Prüfung der Motilität. Oft wird auch eine Barium-Schluckuntersuchung durchgeführt, um die Anatomie zu klären (z. B. Zwerchfellbruch/Hiatushernie). Auf Basis dieser Befunde entscheidet ein spezialisiertes Team, ob eine Operation sinnvoll ist und welche Technik sich am besten eignet.
Die klassische und am häufigsten angewandte Operation ist die laparoskopische Fundoplicatio, bei der der obere Anteil des Magens zur Verstärkung des Verschlussmechanismus um den unteren Ösophagussphinkter gelegt wird. Vollständige (Nissen, 360°) oder partielle (z. B. Toupet, 270°) Umschlingungen werden je nach Befund und Ösophagusmotilität gewählt. Vorteile sind eine gute Symptomkontrolle bei vielen Patienten und die Möglichkeit, gleichzeitig eine Hiatushernie zu beheben. Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören vorübergehende Schluckstörungen, ein unangenehmes Aufstoßen von Luft (sogenannter „Gas-Bloat“) und in seltenen Fällen dauerhafte Schluckprobleme oder Rezidive, die eine Revisionsoperation nötig machen können.
Alternativ zur klassischen Fundoplicatio gibt es implantierbare Systeme wie den magnetischen Ring (LINX), der minimalinvasiv um die Speiseröhre gelegt wird und den Verschluss unterstützt, ohne die Beweglichkeit komplett einzuschränken. Diese Technik kann für ausgewählte Patienten mit entsprechendem anatomischem Befund geeignet sein; sie ist reversibel, hat aber auch eigene Kontraindikationen (z. B. Allergie gegen Titan/Magnesiumlegierungen, sehr große Hernien). Endoskopische Verfahren (z. B. endoskopische Fundoplicatio/TIF, Radiofrequenzbehandlung wie Stretta) bieten weniger invasive Alternativen, sind jedoch in ihrer Langzeitwirksamkeit und Indikationsbreite eingeschränkter und nicht für alle Patienten geeignet.
Welche Ergebnisse realistisch sind, hängt von der Auswahl der Patienten, der Erfahrung des Operateurs und dem gewählten Verfahren ab. Viele Patientinnen und Patienten erleben eine deutliche Besserung der Refluxsymptome und können Medikamente reduzieren oder absetzen. Trotzdem sind nicht alle Beschwerden nach einer Operation garantiert verschwunden, und in einer Minderheit kann es zu Komplikationen oder einem Wiederauftreten der Symptome kommen. Besonders bei starkem Übergewicht kann eine Anti-Reflux-Operation weniger wirksam sein; hier wird oft eine bariatrische Operation (z. B. Roux-en-Y-Magenbypass) bevorzugt, weil sie sowohl Gewicht reduziert als auch Reflux mildern kann.
Die Vorbereitung auf eine Operation umfasst neben der Diagnostik auch die Abstimmung von Medikamenten (Gerinnungshemmer, etc.) und eine ausführliche Aufklärung über Nutzen, Risiken und die postoperative Phase. Laparoskopische Eingriffe sind heute standardmäßig minimalinvasiv, meist ist die Klinikaufenthaltsdauer kurz (in der Regel ein bis wenige Tage), und die Rückkehr zur Alltagsaktivität erfolgt innerhalb von wenigen Wochen. Schluckfähigkeit und Ernährungsanpassungen werden nach dem Eingriff überwacht; eine schrittweise Umstellung der Kost ist üblich.
Ob und welches Operationsverfahren für Sie geeignet ist, hängt von individuellen Befunden und Zielen ab. Ein ausführliches Gespräch mit Gastroenterologen und spezialisierten Viszeralchirurgen ist deshalb unerlässlich. Diese Fachleute können die Befunde erklären, die Erfolgsaussichten einschätzen und gemeinsam mit Ihnen das passende Vorgehen planen. Bei Unsicherheit oder starken Beschwerden sollten Sie zeitnah ärztlichen Rat einholen.


